Albert Pfister ist ein aussergewöhnlicher Maler. In Fachkreisen hoch geschätzt, ist er jedoch kaum über den Kreis einiger Kenner hinaus bekannt. Mit Oskar Lüthi (1882-1945), Wilhelm Gimmi (1886-1965), Eugen Meister (1886-1968), Paul Bodmer (1886-1983), Hermann Huber (1888-1967) und Reinhold Kündig (1888-1984) gehört er zur Generation, die um 1910 mit ihrer Malerei in die Öffentlichkeit tritt.
1884 in der Zürcher Seegemeinde Stäfa geboren, stirbt er 1978 hochbetagt mit 94 Jahren in Erlenbach.
Frühe, datierte Arbeiten stammen aus dem Jahre 1903, sein letztes Bild entsteht 1976. Drei Viertel Jahrhundert hat er demnach der Malerei gewidmet und dies in einer erstaunenswerten Ausschliesslichkeit. Die Malerei war sein Lebensmittelpunkt. Ihr musste sich alles unterordnen.
Pfisters Elemente sind das Licht und die Farbe. Ab 1905 malt er schon expressionistisch und gehört somit damals zur künstlerischen Avantgarde der Schweiz. Der optimistische, allen elementaren Lebensäusserungen zugetane Fauvismus, den Albert Pfister erlebt, als er 21jährig nach Paris kommt, um sich dort während fünf Jahren (1905-1910) auszubilden, wurde zu seinem alles bestimmenden Jugendeindruck, der bis ins hohe Alter nachwirken sollte. In die Jahre 1910–1913 fallen Winteraufenthalte in Algerien und Marokko. (Auch auf Paul Klee, August Macke und Louis Moilliet die 1914 Tunis besuchen, übt Nordafrika damals eine Faszination aus, die in ihrem Werk unlöschbare Spuren hinterlässt). Von Nordafrika bringt Pfister kleine, zarte, lichtdurchwirkte Meisterwerke nach Hause. In dieselbe Zeit fallen auch Aufenthalte bei Otto Meyer in Amden sowie 1913 das Mitwirken bei der dritten Ausstellung des Modernen Bundes in München. Seine Werke werden früh von gewichtigen Schweizer Sammlern wie Josef Müller und Richard Kisling gekauft. Der Züricher Galerist Albin Neupert stellt ihn aus.
Seit dem Beginn der 30er Jahre erteilt Pfister zahlreichen Künstlern privaten Kunstunterricht. Maler wie Karl Landolt, Constantin Polastri, Charles Wyrsch, Gertrud Hürlimann und Anna Keel profitieren von seinem pädagogischen Geschick und verdanken ihm Entscheidendes in ihrer künstlerischen Entwicklung. Der Maler Ernst Morgenthaler (1887-1962), selbst als junger Maler vom Frühwerk Albert Pfisters nachhaltig beeindruckt, schreibt in der Kunstzeitschrift Werk vom März 1948, er habe zahlreichen jungen Leuten, die bei ihm Rat suchten zu Pfister geschickt, und er habe in der Folge die rührendsten Dankesbezeugungen solcher Pfister-Schüler erworben.
Als aussergewöhnlich und einmaliges Phänomen innerhalb der zeitgenössischen Malerei muss bezeichnet werden, dass Albert Pfister 70 sic! Jahre nach seinen ersten frechen Arbeiten noch ebensolche kühnen Werke gelingen. Dies bezeugt, neben zahlreichen späten Landschaften, das 1975 entstandene Selbstbildnis auf dem Umschlag von Hans Christoph von Tavels Pfister-Monografie. Die Tatsache dass Pfister die Frische des schöpferischen Ursprungs bis ins hohe Alter bewahren konnte und somit eine eigentliche stilistische Wandlung fehlt, macht dagegen eine chronologische Übersicht über sein Werk nur schwer möglich, zumal der Maler selbst seine Bilder nur ausnahmsweise datiert.
Albert Pfister hat eine eigene Kunstlehre entwickelt und an seine Schüler weitervermittelt. Im Zentrum steht dabei die Farbe: Mit der Farbe denkt der Kolorist, mit der Farbe entwirft und gestaltet er das Bild, mit der Farbe macht er seine Aussage. Jedes Bild besitzt dementsprechend eine einmalige Farbskala. Oft legt er ein Bild nur aus zwei oder drei Farben an, die er durch Mischen abwandelt. Als gewollten Bildgedanken und nicht etwa als malerisches Eingehen auf das Motiv ist der Farbcharakter des Bildes an den Anfang gestellt. Daher rührt, dass keines seiner Bilder gleich ist. Jedes überrascht uns durch seine Verschiedenheit und verleugnet dennoch seinen Schöpfer niemals. Auch Raumtiefe wird durch die Farbe wiedergegeben. Obschon Pfister mit dem Kopf malt, wie Ernst Morgenthaler sagt, geht das Gesehene zuerst durch sein Herz und ist so erlebte Wirklichkeit. Malerische Sensibilität und ordnende Theorie durchdringen sich.
Albert Pfisters Schaffen wurde an zahlreichen Gruppen-, Einzel- oder thematischen Ausstellungen gezeigt (Expressionismus in der Schweiz, Kunstmuseum Winterthur, 1975; Ipotesi Helvetia un certo expresionismo, Locarno Casa rusca, 1991).
1969 veranstaltet das Kunsthaus Winterthur erstmals einen repräsentativen Überblick über Albert Pfisters Schaffen. Im Zusammenhang mit der 1976 publizierten Monografie von Christoph von Tavel finden 1976 in der Galerie Vontobel und 1977 im Kunsthaus Zürich, also noch zu Lebzeiten Pfisters, zwei weitere grosse Ausstellungen statt. Ein Jahrzehnt später, 1989, folgt im Erlengut in Erlenbach eine erste Retrospektive mit über 100 Werken, begleitet von einem lesenswerten Katalog mit Beiträgen von Karl Landolt und Yvonne Kunz-Zürcher, der Tochter von Albert Pfister. Erwähnenswert ist weiter eine Verkaufsausstellung in der Galerie am Paradeplatz im Jahre 2000 anlässlich derer der Pfister-Sammler Peter Schmid ein Grossteil seiner hochkarätigen Sammlung veräussert.
Werke von Albert Pfister finden sich in den Kunsthäusern von Zürich (10), Winterthur (2), Olten (1), Solothurn (1), dem Museum Oskar Reinhart am Stadtgarten (1), im Museum der Werner Coninx Stiftung Zürich (16), im Besitz der Gemeinde Erlenbach (6) und in Privatbesitz.
Albert Pfister: Wildhauser Schafberg, Öl auf Lwd. 1910, 54 x 65 cm, sign. oben rechts
Preisanfrage
Albert Pfister: Dörfer am See, Öl auf Holz, 16.5 x 26.5 cm, sig. u. rechts
verkauft
Albert Pfister: Autoportrait, Bleistift, 13.5 x 12 cm, sign. u. rechts
verkauft
Albert Pfister: Landschaft nach dem Gewitter, Öl auf Lwd., 56 x 69 cm, sig. u. links
verkauft
Albert Pfister: Celerina, Aquarell, 39.5 x 49 cm, unsigniert
Preisanfrage
Albert Pfister: Ob Schindellegi, Öl auf Pavatex 1969, 59 x 70 cm, sign. o. links
verkauft
Albert Pfister: Landschaft mit Bäumen, Öl auf Karton 1975, 54 x 78 cm, sign. u. links
verkauft
Albert Pfister: Atelier-Stillleben, Aquarell auf Papier 1949, 15 x 10 cm, rechts sign. u. dat.
verkauft
Albert Pfister: Weidland ob Erlenbach, Öl auf Pavatex 1970, 59 x 74 cm
Preisanfrage
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Albert Pfister: Wildhauser Schafberg, Öl auf Lwd. 1910, 54 x 65 cm, sign. oben rechts
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Albert Pfister: Dörfer am See, Öl auf Holz, 16.5 x 26.5 cm, sig. u. rechts
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Albert Pfister: Autoportrait, Bleistift, 13.5 x 12 cm, sign. u. rechts
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Albert Pfister: Landschaft nach dem Gewitter, Öl auf Lwd., 56 x 69 cm, sig. u. links
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Albert Pfister: Celerina, Aquarell, 39.5 x 49 cm, unsigniert
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Albert Pfister: Ob Schindellegi, Öl auf Pavatex 1969, 59 x 70 cm, sign. o. links
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Albert Pfister: Landschaft mit Bäumen, Öl auf Karton 1975, 54 x 78 cm, sign. u. links
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Albert Pfister: Atelier-Stillleben, Aquarell auf Papier 1949, 15 x 10 cm, rechts sign. u. dat.
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Albert Pfister: Weidland ob Erlenbach, Öl auf Pavatex 1970, 59 x 74 cm
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